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Raumklima am Arbeitsplatz

Zwei Beschäftigte mit unterschiedlichen Tätigkeiten in einem Produktionsbereich.
Bildmotiv mit generativer KI erstellt


Einer friert immer.
Aber warum eigentlich?

Was Temperatur, Luftbewegung und Tätigkeit mit unserem Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu tun haben – und der Blick aufs Thermometer meistens nicht ausreicht.

Kaum ist das Fenster offen, zieht jemand die Jacke an. Wenige Minuten später wird es wieder geschlos­sen, begleitet von einem erleichterten »Danke«. Am anderen Ende des Raums hätte man gern noch etwas länger gelüftet. Und irgendwo dazwischen steht ein Thermometer, das scheinbar keinen Anlass für die ganze Diskussion sieht. … Solche Situationen kennen viele aus dem eigenen Arbeitsalltag.

In der Werkstatt, im Verkaufsraum oder in der Pro­duk­tion sieht es dann noch mal anders aus: Wer Material bewegt, empfindet die Umgebung anders als jemand, der am Prüfplatz sitzt. Neben einer Maschine kann es warm sein, während am Eingang bei jeder Türöffnung kalte Luft hereinströmt.

Besonders im Herbst und Winter treffen diese un­ter­schiedlichen Bedürfnisse aufeinander. Dann wird geheizt, zwischendurch gelüftet und darüber diskutiert, was noch frisch und was schon zugig ist. Die Frage, wer recht hat, führt dabei selten weiter. Hilfreicher ist ein genauer Blick darauf, warum sich derselbe Raum für verschiedene Menschen so unterschiedlich an­fühlen kann.

Der demokratische Irrtum des Thermostats

Wenn sieben Menschen zufrieden sind und eine Person friert, scheint die Sache ausgemacht. Sieben zu eins ist schließlich ein ziemlich eindeutiges Ergebnis und würde man auf diese Weise einen Vereinsvorsitz wählen, gäbe es vermutlich wenig Anlass für eine Nach­zählung.

Der menschliche Körper hält sich nur leider nicht an Mehrheitsentscheidungen.

Das liegt zunächst daran, dass er selbst Wärme erzeugt und deshalb keineswegs darauf wartet, vom Gebäude vollständig versorgt zu werden. Wer Kartons hebt, Ware bewegt, zwischen Maschine und Lager hin- und herläuft oder regelmäßig eine Treppe nimmt, produziert mehr Wärme als jemand, der seit einer Stunde an einem Bildschirm sitzt und dort im We­sent­lichen die Finger bewegt.

Beide Personen können im selben Raum arbeiten, denselben Wetterbericht kennen und auf dasselbe Thermometer schauen. Trotzdem kann der eine das Bedürfnis verspüren, ein Fenster zu öffnen, während die andere ernsthaft überlegt, ob ein Schal am Ar­beits­platz inzwischen als übertriebene Reaktion gelten würde.

Das ist noch nicht besonders spektakulär.
Interessanter wird es, wenn das Thermometer 21 Grad anzeigt und beide trotzdem recht haben. Denn Tem­pe­ratur ist nur einer der Faktoren, mit denen unser Körper permanent verhandelt. Luft bewegt sich. Flä­chen um uns herum sind wärmer oder kälter. Kleidung isoliert unterschiedlich. Tätigkeiten verändern sich. Hinzu kommt, dass Menschen nicht gleich ge­baut sind und glücklicherweise auch nicht morgens vor Arbeits­beginn auf einen gemein­samen ther­mis­chen Aus­gangs­wert kalibriert werden.

Die Frage »Wie viel Grad haben wir denn hier?« ist deshalb gar nicht falsch. Sie wird nur oft mit der Erwartung gestellt, damit sei die An­ge­legen­heit geklärt.

Das Thermometer ist unschuldig

Man sollte dem Thermometer daraus keinen Vorwurf machen. Es erfüllt seine Aufgabe zuverlässig. Es misst die Temperatur an der Stelle, an der jemand beschlos­sen hat, es aufzuhängen. Mehr wurde nie vereinbart.

Dass wir trotzdem gelegentlich von ihm erwarten, es möge gleichzeitig wissen, ob fünf Meter weiter eine kalte Glasfläche liegt, alle zehn Minuten ein Hallentor geöffnet wird oder eine Maschine seit acht Uhr Wärme in den Raum abgibt, ist im Grunde unser Problem.

Das Thermometer bleibt dabei erfreulich gelassen. Es zeigt weiter 21 Grad. Die Mitar­bei­terin am Fenster friert trotzdem. Das kann daran liegen, dass unser Körper Wärme nicht aus­schließ­lich über die Luft austauscht. Auch die Tem­peratur der Flächen um uns herum spielt eine Rolle. Eine große kalte Fenster­fläche kann einen Arbeits­platz deshalb unange­nehmer erscheinen lassen, obwohl die Luft­tem­peratur im Raum völlig unauffällig ist.

Das Thermometer ist unschuldig …

Noch interessanter wird es, wenn der Arbeits­platz ein paar Meter weiter am Waren­eingang liegt. Dort ge­schieht nämlich etwas, was in keiner Durch­schnitts­temperatur besonders eindrucksvoll aussieht.

Das Tor geht auf. Die Lieferung kommt herein. Das Tor geht wieder zu. Ein paar Minuten später passiert dasselbe noch einmal.

Für jemanden, der gerade einen Stapler fährt oder sich ohnehin durch die Halle bewegt, ist das nicht weiter bemerkenswert. Für jemanden, dessen Arbeitsplatz exakt in dieser Luft­strö­mung liegt und der dort mehrere Stunden sitzt oder steht, kann aus einem kurzem Mo­ment ein ziemlich zuverlässiges Tages­pro­gramm werden …

Die Sache mit der Zugluft

Zugluft besitzt ohnehin eine erstaunliche gesell­schaft­liche Karriere. Kaum ein anderes physi­ka­lisches Phänomen wird so zuverlässig zum Charaktertest seiner Betroffenen erklärt.

»Hier zieht es.«
»Ich merke nichts.«

Damit scheint die Untersuchung größtenteils abgeschlossen.

Dabei bedeutet die Tatsache, dass Person A eine Luft­strömung nicht als störend empfindet, zunächst lediglich, dass Person A die Luft­strö­mung nicht als störend empfindet. Für Person B, die an einem anderen Platz sitzt, eine andere Tätigkeit ausübt oder derselben Strö­mung wesentlich länger ausgesetzt ist, enthält diese Erkenntnis nur begrenzten prak­ti­schen Nutzen.

Luftbewegung kann nämlich angenehm sein, wenn der Körper Wärme abgeben möchte, und ausgesprochen unangenehm werden, wenn man ohnehin kühl sitzt. Entscheidend ist außer­dem, wo die Strömung auftritt, wie schnell sich die Luft bewegt, wie lange sie anhält und was die Person dort gerade tut.

Das eigentlich Spannende ist deshalb nicht die Feststellung, dass es zieht. Spannend ist, warum es genau dort zieht.

Vielleicht steht ein Arbeitsplatz ungünstig. Vielleicht wird ein Tor häufiger geöffnet, als ursprünglich vor­ge­sehen war. Vielleicht wurde eine Einrichtung verändert, während die Luft­führung dieselbe blieb. Vielleicht gibt es eine technische Ursache.

Einer friert immer …

Und manchmal findet man dabei etwas, das mit der Temperatur des gesamten Raumes über­haupt nichts zu tun hat. Was wiederum die Heizung freut. Denn sie muss dann nicht vor­sorg­lich eine komplette Halle stärker erwärmen, nur damit drei Quadratmeter an­ge­nehmer werden.

Dann öffnet jemand ein Fenster

Während man noch darüber nachdenkt, ob das Torproblem gelöst werden kann, kommt aus dem Besprechungsraum die nächste Meldung: »Hier bekommt man ja überhaupt keine Luft mehr!«

Dieser Satz ist naturwissenschaftlich bemer­kens­wert und kommunikativ vollkommen verständlich. Natürlich ist noch Luft im Raum. Andernfalls hätte die Be­spre­chung bereits einen deutlich anderen Verlauf ge­nom­men. Natürlich, gemeint ist: Die Luft fühlt sich ver­braucht an.
Mehrere Menschen sitzen längere Zeit in einem Raum, geben Wärme, Feuchtigkeit und Kohlendioxid ab, und irgendwann entsteht das Bedürfnis, das Fenster zu öffnen.

Nun beginnt die klassische zweite Runde.

Die Person am Fenster friert. Die Person gegenüber möchte weiterlüften. Beide sprechen über dasselbe Fenster und trotzdem über zwei verschiedene Pro­bleme. Die eine über Wärme­empfinden. Die andere über Luftqualität. Das wird gerne verwechselt, da das Öffnen eines Fensters zufällig auf beides Einfluss haben kann.

Ein Ventilator wiederum bewegt Luft, liefert aber keine frische Außenluft. Ein Kühlgerät kann Wärme redu­zieren, ersetzt deshalb aber nicht automatisch den notwendigen Luftaustausch. Und ein geöffnetes Fenster verbessert mög­licher­weise die Luftqualität, erzeugt jedoch an einem ungünstigen Arbeitsplatz genau jene Luft­bewegung, über die fünf Minuten später jemand klagt.

Man könnte daraus schließen, dass Gebäude kom­pli­ziert sind. Tatsächlich sind meist eher unsere Erwar­tungen an einfache Lösungen das Problem. Wir möchten gern, dass ein Thermostat, ein Fenster oder ein Gerät eine Situation löst, die aus mehreren Ursa­chen besteht. Das funktioniert ungefähr so zuver­lässig wie der Versuch, sämtliche Probleme eines Unterneh­mens durch die An­schaf­fung einer größeren Kaffee­ma­schine zu beseitigen.

Ja, die Stimmung könnte sich verbessern. Die Ursache bleibt möglicherweise bestehen.

Im November wird gekühlt

Spätestens an dieser Stelle lohnt sich an dieser Stelle ein virtueller Ortswechsel in die Pro­duk­tion.
Draußen sind zwölf Grad. Niemand würde auf dem Parkplatz ernsthaft behaupten, dass heute ein Kühl­problem bestehe.

Neben einer Produktionsmaschine kann das jedoch anders aussehen.
Maschinen, Motoren, Beleuchtung und Produktions­pro­zesse haben die angenehme Eigen­schaft, sich nicht sonderlich für Jahres­zeiten zu interessieren. Wenn sie Wärme erzeugen, tun sie das im Juli ebenso wie im November.

Deshalb kann in einem Betrieb gleichzeitig geheizt und gekühlt werden, ohne dass dort jemand den Verstand verloren haben muss.
Am Eingang strömt kalte Außenluft herein. Im Büro läuft die Heizung. Im Produktions­bereich gibt eine Maschine Wärme ab. Im Bespre­chungs­raum möchte jemand lüften. Und am Prüfplatz zieht es.

All das kann innerhalb desselben Gebäudes ge­sche­hen. Genau deshalb ist die Frage »Welche Temperatur hat unsere Halle?« weniger hilf­reich, als sie klingt. Interessanter wäre: Wo genau verbringen Menschen tatsächlich ihre Zeit?

Und das führt zu einer erstaunlich simplen Methode der Ursachenforschung. Man geht hin.

Der unterschätzte Betriebs­rundgang

Kein Dashboard. Keine künstliche Intelligenz. Kein Sensorennetzwerk mit eigener App. Ein Mensch geht durch den Betrieb und schaut sich an, was passiert. Dabei kann man Fragen stellen, die sich technisch wenig aufregend anhören und trotzdem aufschluss­reich sind.

Wann fühlt es sich zugig und unangenehm an? Nur morgens? Immer wenn das Tor öffnet? Wenn eine bestimmte Maschine läuft? Nach längeren Bespre­chungen? Nur an diesem Arbeitsplatz? Oder überall?

Der Betriebsrundgang identifiziert Kälte- und Hitzezonen
Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass das ver­meint­liche Temperaturproblem jeden Tag ziemlich genau um 14 Uhr beginnt. Nicht, weil 14 Uhr eine besonders thermische Uhrzeit wäre, sondern weil zu diesem Zeitpunkt vielleicht eine Produktionslinie startet, die Sonne auf eine Fensterfront trifft oder sich die Nutzung eines Bereichs verändert.

Aus »Hier ist es nachmittags immer viel zu warm/zu kühl/zu zugig« wird dann eine kon­krete Beobachtung. Und kon­krete Beo­bach­tungen haben einen groß­artigen Vorteil: Man kann etwas mit ihnen anfangen!

Messwerte können anschließend helfen, diese Beobach­tungen einzuordnen. Temperatur, Luft­feuchtig­keit, gegebenenfalls CO₂ oder Luftbe­wegung ergeben dann im Zusammenhang plötzlich Sinn. Als Antwort auf eine Frage, die vorher entstanden ist.

Vielleicht ist die Temperatur unschuldig?

Vielleicht sprechen wir meist über »Tem­pe­ratur«, obwohl wir eigentlich etwas anderes meinen.
»Zu kalt« kann Zugluft bedeuten. »Stickig« kann auf fehlenden Luftaustausch hindeuten. Und manchmal sitzt jemand schlicht an einem Platz, an dem mehrere ungünstige Dinge gleichzeitig zusammenkommen.

Und manchmal ist es tatsächlich schlicht zu warm:  Eine Maschine gibt Wärme ab, ein Prozess heizt einen Teil­be­reich auf oder ein Arbeits­platz ent­wickelt im Laufe des Tages seine ganz eigene kleine Klimazone.

Dann darf man auch kühlen.

Nur stellt sich die Frage, wo eigentlich?
Denn Wärme hat die unangenehme An­ge­wohn­heit, sich nicht an Grundrisse zu halten. Sie entsteht dort, wo Maschinen laufen, Prozesse stattfinden und Menschen arbeiten. Und wenn sich diese Bedin­gungen ändern, zieht die Wärme im Zweifel einfach mit.

Warum sollte die Kühlung dann ausgerechnet un­flexibel bleiben?

Wenn die Wärme wandert, darf die Kühlung mit

Genau hier wird mobile Kühlung interessant, weil sich einzelne Gebäudebereiche gezielt entlasten lassen.

Das ist einer der praktischen Vorteile von … nunja … ecoBreezer®: Die Geräte können dort eingesetzt werden, wo Kühlung gerade gebraucht wird.
Heute vielleicht neben einer Maschine, die einen Montageplatz ordentlich aufheizt. Morgen an einem anderen Bereich, weil sich die Produktion verschoben hat. Und übermorgen steht das Gerät wieder ganz woanders, weil Betriebe nun einmal nicht jeden Tag exakt dasselbe tun.

Arbeitsplätze verändern sich. Pro­duk­tions­abläufe verändern sich. Wärmequellen verändern sich.
Es wäre deshalb ein wenig optimistisch anzu­neh­men, dass der Kühlbedarf für immer an exakt derselben Stelle bleibt.
Die spannendere Frage ist also nicht, wie man eine ganze Halle kühlt, sondern wo Wärme gerade beschließt, lästig zu werden. An einer Maschine. In einem Teilbereich. Heute hier, morgen woanders.

Mobile Kühlung hat dabei einen ganz prakti­schen Vorteil: Sie ist nicht beleidigt, wenn sie umziehen muss. ;)

Einer friert immer?

Und damit sind wir wieder bei unserem Fenster. Es wird geöffnet. Jemand zieht die Jacke an. Jemand anders hätte gern noch etwas länger gelüftet.
Das Thermometer hängt weiterhin an der Wand und zeigt einen Wert, gegen den objektiv wenig einzuwenden ist.

Vielleicht war deshalb die Ausgangsfrage falsch: Nicht: Warum friert immer einer? Sondern: Warum friert diese Person ausge­rechnet dort?

Ein kleiner Unterschied in der Formulierung und ein ziemlich großer in der Wirkung. Denn mit dem ersten Satz haben wir einen Menschen beschrieben. Mit dem zweiten untersuchen wir eine Situation. Und Situa­tionen lassen sich verändern.

Oder vielleicht ist auch alles technisch voll­kom­men in Ordnung und zwei Menschen empfinden dieselbe Umgebung schlicht un­ter­schiedlich! Auch das darf vorkommen. Nur wissen wir es dann wenigstens.

Und bei der nächsten Debatte um das offene Fenster könnte man deshalb nicht sofort da­rüber abstimmen, wer recht hat. Sondern erst einmal fragen: »Woran oder wo genau merkst Du das?«

Das Thermometer darf währenddessen ruhig weiter 21 Grad anzeigen. Es kann schließlich nichts dafür.

 

An Ihrem Arbeitsplatz wird es zu warm?
Beschreiben Sie uns den Bereich, die Nutzung und die vorhandenen Wärmequellen. Gemeinsam klären wir gerne, ob mobile Ver­duns­tungs­kühlung für Ihre Situation geeignet ist und welches ecoBreezer®-Modell infrage kommt.

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